Was versteht man unter passiver Meditation?

Unter passiver Meditation versteht man in erster Linie das Meditieren, indem man ruhig dasitzt oder auch liegt, ohne Anstrengungen irgendeiner Art zu unternehmen. In gewisser Weise ist dies ein Nichts-Tun und auch ein Nicht-Nachdenken – also das Ruhen körperlicher und geistiger Aktivität.

Stattdessen konzentriert sich der Meditierende auf einen bestimmten Gegenstand, ein bestimmtes Wort, einen Klang oder einfach auf seinen Atem. Er wird sich des Zentrums seiner Aufmerksamkeit gewahr, er ist achtsam, aber er denkt nicht aktiv über das Wahrgenommene nach, die Gedanken sollen losgelassen werden.

Hierzu gehören die Konzentration auf einen bestimmten Punkt im Raum, auf eine Kerzenflamme, ein Mandala, ein Wort oder den Punkt zwischen den Augen. Auch vor dem inneren Auge kann ein Gegenstand visualisiert werden, was bereits erhöhte Konzentration erfordert. Diese Konzentrationsformen findet man beispielsweise im Buddhismus oder auch in der indischen Lehre.

Eine passive Form des Meditierens auch für Ungeübte ist das Lauschen von bestimmten Klängen oder einer geführten Meditation. Auch eine Musik-Meditation oder eine CD mit Naturlauten oder Meditationsmusik lädt dazu ein, dem Klang zu folgen und auf sich wirken zu lassen, ohne aktiv etwas tun zu müssen.

In der christlichen Tradition kann eine passive Meditation so aussehen, dass man sich auf ein bestimmtes Gebet oder eine bestimmte Textstelle konzentriert (Kontemplation), ohne aktiv darüber nachzudenken. Der Geist wird ruhig und verweilt in der Gegenwart.

Im Zazen, der japanischen Sitzmeditation, die wesentlicher Teil des Zen-Buddhismus ist, gibt man sich der Meditation im Sitzen hin, sodass der Körper trotz der tiefen Entspannung dennoch in Spannung bleibt. Der geistige Inhalt der Zazen-Meditation wird als “Achtsamkeit” beschrieben: der Meditierende nimmt seinen Körper, seinen Atem, die Umgebung und seine Gedanken wahr, ohne diesen besondere Aufmerksamkeit zu schenken oder gar aktiv darüber nachzudenken. So soll man sich im “Hier und Jetzt” verankern und zur Ruhe gelangen.

Autorin: Sabine Schumacher

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