Was versteht man unter aktiver Meditation?

Zur aktiven Meditation gehören sämtliche Meditationsformen, bei denen sich der Meditierende körperlich bewegt, bzw. aktiv in achtsamer innerer Haltung etwas tut. Beispiele sind die Geh-Meditation, bestimmte Kampfkunst-Übungen, Tanz oder auch Gesänge. Eine aktive Meditation kann auch zur Vorbereitung auf eine stille Meditation dienen.

Im Sufismus kennt man den Tanz als Meditationsform als Vorbereitung auf eine anschließende passive Meditation. Dieser sogenannte Derwisch-Tanz soll helfen, den Geist vorzubereiten, indem bereits durch das Tanzen störende Gedanken losgelassen werden können.

Der Zen-Buddhismus verfügt ebenfalls über verschiedene aktive Meditationstechniken. Es gibt die Gehmeditation (Kinhin), die ebenfalls von der passiven Zazen-Meditation abgelöst wird, paradoxe Frage-Antwort-Techniken zwischen Meister und Schüler oder auch verschiedene Tätigkeiten in achtsamer Haltung, wie den “Weg der Teezeremonie”, den “Weg der Schreibkunst”, den “Weg des Blumenarrangements”, der Bambusflöte, der Gartengestaltung, des Bogenschießens oder sogar den Weg des Kriegers. Selbst Alltagsaufgaben wie der Abwasch oder die Gartenarbeit können in meditativer Achtsamkeit verrichtet werden.

Die Geh-Meditation ist auch außerhalb des Buddhismus beliebt. Während des Gehens konzentriert man sich auf seine Geh-Bewegung sowie den Atem. Möglich ist auch die Konzentration auf einen bestimmten Satz während des Gehens. Eine besonderer Weg für eine solche Gehmeditation sind eigens angelegte Labyrinthe oder auch sogenannte Trojaburgen mit einer ganz bestimmten kreisförmigen Wege-Anordnung.

Verschiedene Kampfkunstformen dienen ebenfalls der Meditation in Bewegung, wie beispielsweise das Tai Chi als Bewegungsmeditation, welche den Übenden im “Hier und Jetzt” verankern soll. Die Aufmerksamkeit ist voll und ganz auf die jeweilige Bewegungsform gerichtet, sodass störende Gedanken außen vor bleiben. Auch hier gilt eine besondere Achtsamkeit den Bewegungen gegenüber.

Wort- oder Satzwiederholungen sowie wiederholte Gesänge führen ebenfalls in die Meditation. Diese Gesangsform findet man in vielen Teilen der Welt, sie sind aber auch Teil der abendländischen Tradition durch die Anwendung bei christlichen Chorälen, beispielsweise den Gregorianischen Gesängen.

Sabine Schumacher

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