Daoistische Meditation

Daoistische Meditation stammt aus den Klöstern und Meditationsschulen Chinas. Eingebettet in die Kultur und ganzheitliche Philosophie des Landes, wurde Meditation stets mit zusätzlichen Übungen praktiziert. Verbindungen zur Lebenspflege, Medizin oder Bewegungs- bzw. Kampfkünsten waren ebenso selbstverständlich, wie die Beschäftigung mit den klassischen Schriften des Laotse und Dschuang Dsi.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Verbindung Kampfkunst – z.B. Taiji Quan – und Meditation zu, wie sie auch in buddhistischen Klöstern, wie dem Shaolin-Kloster praktiziert wird. Nach westlicher Auffassung mag dies ein Widerspruch sein, im ganzheitlichen Weltbild ergänzen sich jedoch Weiches und Hartes, Ruhiges und Bewegtes oder Spannung und Entspannung zu einem Ganzen.

Die Grundübung der daoistischen Meditation ist der so genannte “Kleine Himmlische Kreislauf”. Meist – nicht immer – wird im Sitzen geübt und die Augen werden geschlossen gehalten. Dabei lässt der Übende seine Lebensenergie „Qi” im Organismus zirkulieren und bedient sich bestimmter Atemtechniken und Vorstellungen.
Die zwei Varianten dieses Energiestromes – der Windkreislauf und der Feuerkreislauf – erfordern verschiedene Atemgrundmuster: die „normale Bauchatmung” bzw. die „umgekehrte Bauchatmung”. Daher kommt der Schulung des Atems eine besondere Rolle in der Meditation zu.
Umgekehrte Bauchatmung (auch: vorgeburtliche Atmung) ist für Anfänger nicht leicht und gefahrlos zu erlernen, sodass ein erfahrener und guter Meditationslehrer unbedingt notwenig ist.

Der Windkreislauf dient dabei zum Einstieg und um geistig „zur Ruhe zu kommen”. Gedanken an die Außenwelt sollen weniger werden und schließlich ganz aufhören, um in einen Zustand zu gelangen, in dem man absolut „anwesend” ist. Diese Anwesenheit ist zutiefst entspannend – aktiv entspannend.
Dies ist der Moment, in welchem gesund und richtig ausgeführte, regelmäßige Meditation nachweislich die Stresshormone Cortisol und Adrenalin verringert, der Blutdruck und die Herzrate sich normalisiert sowie Atmung und Stoffwechsel in Balance kommen.

Der Feuerkreislauf dient der Aktivierung und Ansammlung von Qi. Spezielles Ziel dieser Methode ist es, Bewegung, Atmung, Bewusstsein, Qi und Geist zusammen wirken zu lassen, um im Lauf der Zeit viel Qi im Unterbauch zu speichern. Diese Techniken stammen aus der „inneren Alchemie” und haben als Ziel, länger und gesünder zu leben.

Daoistische Meditation ist eine aktive Methode, welche stark mit Qi arbeitet. Diese Lebensenergie bildet als zentraler Begriff in der chinesischen Kultur die Basis für nicht nur diese Meditationsform. Ohne eine gründliche Untersuchung dieses Begriffs kann die Theorie und Praxis der Meditation nur oberflächlich bleiben. Diese Beschäftigung mit Qi geschieht im „Qigong” (wörtl.: Üben mit Lebensenergie), wo auch mehr Bewegung stattfindet. Gerade im Hinblick auf viele sitzende Berufe erscheint eine Abwechslung zur sitzenden Meditationsposition unbedingt notwendig.

Eine gute Meditationspraxis arbeitet in vielen kleinen Schritten, sollte nicht zu rasch und zu ehrgeizig vorangetrieben werden und bedarf vor allem der stetigen Übung.

DI Armin Fischwenger

Referent der IQTÖ für Meditation, Lehrtrainer der TQG Österreich.
Billrothgasse 15/15
A-8010 Graz
Web: www.philosoFisch.at
Email: armin@philosoFisch.at
Tel. und Fax: +43/ 316/ 381066
Mobil: +43/ 650/300 77 50

DI Armin Fischwenger, geb. 1975, Lehrtrainer nach 10-jähriger Ausbildung für Taiji Quan, Qigong. Technischer Mathematiker a.D. Meine Unterrichtsschwerpunkte liegen im Traditionellen ganzheitlichen Energiemanagement, im Bereich Wirbelsäule – Beweglichkeit und Aufrichtung sowie im Taiji Quan. Für Unternehmen, speziell für Personen in Pflege- und Gesundheitsberufen biete ich Gesundheits- und Energiemanagement an.

Meine besondere Leidenschaft gilt dem umfassenden philosophische Weltbild und den Weisheitslehren des alten China und meine Veranstaltungen stehen unter dem Motto
“Mehr Lebenskraft für ein glückliches Leben”.

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